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Auf Tore aus der absoluten Distanz Marke „Tor des Jahres“ warten die Fans manchmal zwei, drei Spielzeiten lang. Der ein oder anderen Sanderdorfer Fan bekam binnen acht Tagen drei solcher „Kunstwerke“ zu sehen.

Mister Kunstschuss- Der doppelte Timo Breitkopf (re.) entscheidet sehenswert die Partie. (Foto: Holger Bär)

Im Landesliga- Heimspiel gegen Farnstädt schaute deren Keeper Robert Höllriegel im vorwöchentlichen Freitagabendspiel einem 38 m- Geschoss mit Zwischenstation Innenpfosten von Jörg Marose aus Sandersdorfs Zweiter hinterher. Einen Tag später kassierte Tom Niclas Hermann im Gehäuse von Oberligist Union Sandersdorf I das 0:2 durch Rudolstadts Marco Riemer direkt vom Rande des Anstoßkreises. Im Derby gegen Askania Bernburg reihte sich Timo Breitkopf nun in jene Gilde der Kunstschützen ein. Hatte Sandersdorfs Mittelfeldmann bereits per Kopf für die Führung gesorgt (29.), so traf der beidfüßig starke Akteur in der dritten Minute der Nachspielzeit aus gut 45 Metern über TVA- Schlussmann Patrick Baldauf hinweg zum 2:0- Endstand ins Netz der Saalestädter.
Der SG Union Sandersdorf sah man glatte zwanzig Minuten an, dass die Mannschaft vorausgegangene drei Niederlage am Stück psychisch zu bewältigen hatte. Auf eigenem Grün schien das Spiel der Sadlo- Truppe eine lückenlose Fehlerkette. Die Leichtigkeit schien den Unionern völlig abhandengekommen. Die Angst vor den eigenen Fehlern regierte in diesem Kellerduell der Oberliga Süd auf beiden Seiten. Jedoch schien sie beim Gastgeber nochmal ein gutes Stück größer zu sein. Die Gäste aus dem Salzlandkreis zeigten die deutlich breitere Brust und fuhren- wenn man davon reden konnte- anfangs die klarere Linie. Der zählbare Erfolg wollte sich beim TV Askania Bernburg jedoch nicht einstellen. Denn zu direkten Torraumszenen kamen die Spieler von Lucian Ioan Mihu auch nicht. Der Rumäne musste aus seiner Coachingzone dann mit ansehen, wie Union Sandersdorf direkt vor seiner Nase einen ersten verheißungsvollen Angriff inszenierte. Stephan Eberhard nutzte seine Geschwindigkeit und legte lang parallel zum Tor quer. Nicky Ebert- kurz zuvor erstmals Vater geworden- traf nur das Außennetz (21.).

Der frischgebackene Vater- Sandersdorfs Nr. 13 Nicky Ebert. (Foto: Holger Bär)

Dieser Angriff sollte mehr als nur Sandersdorfer Signalwirkung besitzen. Irgendwie schienen die Gastgeber zu begreifen, dass man selbst zu anständigem Fußball fähig ist, und dass die Bernburger Gäste verwundbar waren. Das Sandersdorfer Spiel bekam ab diesem Zeitpunkt eine stetig steigende Leistungskurve. Jeder begann, für den anderen zu rackern. Der Erfolg sollte sich einstellen, wenn auch vorerst nur per Standard.
Hatte Union zuletzt gegen den FC Carl Zeiss Jena II das Tor zur 0:1- Niederlage nach Eckball am sträflich verwaisten langen Pfosten kassiert, so erging es Bernburg diesmal ebenso. Dann Lochmann zirkelte die Kugel weit hinein. Die Kugel zischte durch –zig Spieler aus beiden Lagern. Timo Breitkopf reagierte, und drückte den Ball am zweiten Pfosten ins Netz (1:0/29.).
Bernburg schien völlig geschockt, sollte bis zur Halbzeit und weit darüber hinaus folglich kaum noch stattfinden. Nach einer Ebert- Flanke zeigte sich Stephan Eberhard im Abschluss zu unkonzentriert. Der junge Unionstürmer verzog über das TVA- Tor (48.). In der zweiten Halbzeit gab es so einige Schlüsselszenen. Sandersdorf präsentierte sich als zielstrebige Einheit, zeigte dem eigenen Publikum den Willen und auch die gewisse Qualität. Auch wenn dabei lang nicht alles klappte. Doch man ließ die größten Chancen liegen und hielt mit dem mageren 1:0 im Rücken damit die Spannung permanent aufrecht. Bernburg kam nur zu zwei Chancen. Einen Wackler nach Eckball bereinigte Sandersdorfs wieder Kilometer fressender Georg Cholewa per Befreiungsschlag (65.).

Unions Kilometerfresser: Georg „Schorsch“ Cholewa zählte einmal mehr zu den fleißigsten. (Foto: Holger Bär)

Zuvor hatte sich mit Mihu der Gästertrainer selbst als Fädenzieher ins zentrale Mittelfeld eingewechselt. Er konnte einige kleinere Kombinationen ankurbeln, mehr aber auch nicht. „Wie kann das sein, dass ich hier noch den ein oder anderen guten Pass spiele, meine Männer dazu aber nicht fähig sind“, wetterte der 33- Jährige völlig enttäuscht vom Auftreten seiner Elf noch weit nach Abpfiff.
Kurz vor Ultimo machte eine verunglückte, weil zu kurze Rückgabe von Vincent Mustapha die Sache nochmals spannend. Unionkeeper Hermann klärte in letzter Instanz. „Jetzt hat er zwar einen schmerzenden Unterkiefer, aber genau der hat uns gerettet“, freute sich Sandersdorfs Mannschaftsarzt Peter Glaß, der das getroffene Kinn des Schlussmanns behandeln musste (86.). Während der Magdeburger Schiedsrichter Steffen Hösel in vielen Aktionen die Leine verdammt lang ließ und das Publikum bereits schäumte, vergab Dan Lochmann zweimal die Entscheidung. Von der Grundlinie von Vilius Jankunas präzise im Rückraum bedient, klärte zuerst ein Abwehrbein (69.). „Was soll ich denn noch machen“, lächelte der Unionstürmer schulterzuckend nach Abpfiff. Beim nächsten Versuch ging der Stürmer halblinks allein Richtung Tor. Keeper Baldauf schon geschlagen, holte ein Bernburger Verteidiger den Torschuss des Sandersdorfers noch per Flugkopfball von der Linie.
Schiedsrichter Hösel zeigte fragwürdige fünf Minuten Nachspielzeit an. Zu denen kam es dann nicht ganz. Denn Breitkopfs genialer Kunstschuss direkt aus dem Mittelkreis schlug unter dem Querbalken ein (2:0/90.+3), und brachte neben der Entscheidung auch den umgehenden Abpfiff.


Union II - SV Grün-Weiß Annaburg 

„Wie, wir ärgern uns über den vermeintlich nur einen Punkt in Annaburg?“. René Höllrigl fand den Biss und die Einstellung seiner Mannschaft nach dem Spiel richtig gut. Doch der Trainer der zweiten Sandersdorfer Mannschaft musste mal kurz aufs´s Bremspedal treten. „Sind wir doch mal ehrlich. Noch vor kurzem hätten wir alle diesen Punkt im Vorfeld unterschrieben“, versuchte Höllrigl den Überschwang seiner Jungs zu korrigieren. Dass es nicht drei Punkte wurden, lag vielleicht an einem nicht gegebenen Treffer. Dieser hätte für Union Sandersdorf II in dieser Landesliga Süd am 5. Spieltag  das 2:0 in Annaburg bedeutet, und hätte am Ende wahrscheinlich der Ausschlag für drei mögliche Punkte sein können. So war es am Ende aber nicht. Höllrigl- eigentlich selbst immer auf das Maximium geeicht-  wollte seinen Jungs nur verdeutlichen, dass man erneut frei von jeder Niederlage geblieben ist. Und das auswärts mit einem tollen Auftritt.

Auch nach dem Spiel gegen die Annaburger sind unserer Jungs von der Zweiten weiter ungeschlagen. (Foto: Holger Bär)

Zählt man die Hundertprozentigen in Annaburg zusammen, sie hätten über die neunzig absolvierten Minuten für Union II zum Sieg reichen müssen. Dabei eröffnete der Gastgeber gefährlich. Sandersdorfs Schlussmann Robert Hahn stand mit all seiner Routine goldrichtig, um in der 17. Minute per Reflex eine gewaltige Direktabnahme zu klären. Im Gegenzug war Marcus Plomitzer für Union II im Rutschen zur Stelle. Er fand den Tunnel zwischen den Füßen von Annaburgs Torwart Thomas Burkhardt jedoch nicht. Einem Annaburger Abseitstreffer- die Fahne war sofort oben- folgte die erste von drei Großchancen für Jörg Marose. Der Unionstürmer scheiterte völlig frei aus halbrechter Position an der Fußabwehr des Annaburger Torwarts (21.). Und auch der Kopfball von Lucas Rosinsky auf´s Obernetz war zu harmlos.
Als Marose folglich schräg vor dem Strafraum von links nach rechts anzog, war Burkhardt im Gehäuse der Gastgeber gegen dessen Strahl aus achtzehn Metern machtlos. Die Fingerspitzen noch dran, lag die Kugel im Netz der Platzherren (0:1/25.). Sandersdorf machte das infolge sehr gut, musste eigentlich vor und nach der Pause sofort nachlegen. Daniel Wawrzyniak verzog am langen Pfosten nach Eckstoß völlig frei per Kopf aus nächster Nähe (35.). Annaburg schien die Abschläge eines Robert Hahn nicht zu kennen. Den Sandersdorfer Torwart interessieren in der Regel keine Abmaße des Fußballplatzes. So auch hier. Sein Abschlag sprang über den letzten Abwehrriegel des Gastgebers hinweg. Marose stellte toll den Körper dazwischen und brachte sich in beste Position. Nur den Ball versenkte er nicht (46.).
Dann sah sich Union im Glück. Annaburgs Goalgetter Stefan Lutzmann wurde sauber im Strafraum freigespielt. Diesmal war es Unionkeeper Hahn, welcher im Stil eines Handballtorwarts klären konnte (49.). Das Spiel wogte hin und her. Die zählbare Chancenhoheit aber besaßen die Gäste aus Sandersdorf. Es folgte die eigentliche Schlüsselszene des Spiels. Marose zog bedrängt und flach aus spitzem Winkel ab. Annaburgs Torwart Burkhardt konnte den hart getretenen Ball nur nach vorn abprallen lassen. Hinter der Abwehrkette sich blitzartig lösend, staubte Plomitzer zum sauberen Tor ab (69.). Schiedsrichter Jens Rosenbaum hatte seine eigene Interpretation zur Szene. „Der Torwart hatte schon einen Finger auf dem Ball“. Das war bei weitem nicht so, denn die Kugel war völlig frei, auch wenn die Interpretation des Schiedsrichters sehr lustig klang. Die Sandersdorfer fanden diese Parodie nicht zum Lachen. Es wäre wohl die Entscheidung gewesen.
So kam es, wie es im Fußball oft kommt. Union gestattete den Annaburgern nach abgewehrtem Eckball eine zweite Hereingabe. Diese war tückisch. Johannes Petzold spritzte noch im letzten Moment dazwischen, und Robert Hahn im Uniontor war zum 1:1 bezwungen.
So sollte es auch mit Abpfiff stehen. Einen Punkt in Annaburg: Im Vorfeld und speziell im Vorfeld der Saison wohl blindlinks unterschrieben, schien es den Unionkickern mit Abpfiff eigentlich zu wenig.

   

   

Nächste Termine  


29.09.2019, 14:00 Uhr
(FB) VfB 1921 Krieschow vs. Union
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03.10.2019, 14:00 Uhr
(FB) Union vs. FSV Martinroda
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19.10.2019, 15:00 Uhr
(FB) VfL Halle 96 vs. Union
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26.10.2019, 14:00 Uhr
(FB) Union vs. Grimma
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31.10.2019, 14:00 Uhr
(FB) FSV 63 Luckenwalde vs. Union
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